Der Pressespiegel

Hier finden Sie Zeitungsartikel rund um das Thema Immobilien in Döbeln

Die Artikel

"Döbeln braucht das Projekt offensichtlich nicht"

Einkaufen auf DBM-Areal?

Immobilien unterm Hammer - Gebäude-Auktion auf der Handwerks- und Immobilienmesse

Unsanierter Wohnraum ist noch gefragt - Mehr Makler und Dienste als anderswo

Sanierte Zwei- und Dreiraumwohnungen mit Balkon gefragt - Geringe Kaufkraft und Lohnniveau bremsen den Markt

Ein Balkon muss sein - Sanierte Wohnungen sind im Landkreis die Renner

Rate vor Räumung - Mietschulden sind nach wie vor ein Problem für Vermieter

"Döbeln braucht das Projekt offensichtlich nicht"

Waldheimer Immobilienmakler zeigt die verschiedenen Argumente auf, die gegen die Ansiedlung eines Verbrauchermarktes sprechen

Der Immobilienmakler Hans-Peter Dietrich aus Waldheim argumentiert gegen die Kaufland-Ansiedlung.

Döbeln und dessen Umfeld steht vor einem neuen Projekt. Brauchen wir es? Döbeln hat schon heute mehr Einkaufsfläche pro Kopf der Bevölkerung als zum Beispiel Frankfurt am Main. Mit dem Kaufland kommt noch mehr dazu, vielleicht wird Döbeln die Stadt Deutschlands mit der größten Verkaufsfläche. Wäre doch ein tolles Leitbild, nach dem man zurzeit so intensiv sucht. Ich sehe schon die Ströme "kauflustiger Menschen."

Welche Wirkung hat das innerstädtische Kaufland auf das Gewerbegebiet Döbeln Ost? Dieses wurde einst mit viel Engagement entwickelt und lebt unstrittig vor allem vom Frequenzbringer Marktkauf. Gehen dort Kunden zurück oder schließt er gar ganz, zieht es vor allem die dort ansässigen Gewerbetreibenden mit in den Abgrund (Red Zac, Autohäuser, Modehaus Kress etc.).

Was wird mit dem gegenüberliegenden "Penny"? Wie entscheiden sich die Betreiber - wohl eher für Schließung als für Überlebenskampf und schon haben wir die nächste Immobilienbrache! Noch steht für Döbeln die innerstädtische Verkehrslösung aus (S32). Diese Entscheidung ist aber dringend notwendig, um die konkrete Verkehrsanbindung des Projektes planen und realisieren zu können.

Angesichts des schweren Hochwassers im vergangenen Jahr stellt sich zudem die Frage, ist es sinnvoll die Fläche zu versiegeln (noch dazu mit Tiefgarage)? In anderen Regionen werden ganze Orte umgesiedelt (siehe Röderau-Süd) und wir haben zunächst nichts anderes vor, als Flächen am Wasser schnell zu bebauen. Besteht nicht die Chance, aus Flutgeldern das Areal zu erwerben und es sinnvoll innerstädtisch einzubinden? Döbeln hat wenig Grün, keine Ruhezonen in der Stadt, fehlende Parkflächen. Eine sinnvolle Anbindung an die Innenstadt brächte Attraktivität. Die Idee des Projektes hinsichtlich der Stadtanbindung des Areals finde ich gut und machbar (Brücke, Umgestaltung Zwingerstraße/Fronstraße).

Die geringe Kaufkraft der Menschen in diesem Kreis verteilt sich auf immer mehr Händler, dies wäre die Konsequenz der Ansiedlung von Kaufland. Die Folge, noch mehr Schließungen von Geschäften, der Handel ist ohnehin schon dem starken Druck der Oberzentren ausgesetzt.

Lieber Johannes Kehl, lieber Projektentwickler, liebe Stadträte - wie man es dreht und wendet: Döbeln und sein Umfeld brauchen dieses Projekt offensichtlich nicht. Es gibt aus meiner Sicht zu viele Verlierer und nur wenige Gewinner. Sinnvoller und notwendiger wäre es, wenn sich Personen mit politischen Beziehungen, Projektentwickler und kommunal Verantwortliche nur noch solchen Projekten zuwenden, die Arbeitsplätze in der Region schaffen. Selbst da verschafft uns Kaufland kein Mehr an Arbeitsplätzen, maximal konzentriert es mittelfristig Entlassungen im Einzelhandel infolge der Ansiedlung.

LVZ, 01.04.2003

Einkaufen auf DBM-Areal?

Experten stellen Analyse vor - Immobilienmakler kritisiert Kaufland-Pläne

Mit der Zukunft des DBM-Geländes an der Schillerstraße beschäftigen sich heute Abend die Mitglieder des Döbelner Stadtwerberings. In der Kreissparkasse soll ab 18:30 Uhr eine Analyse der Vor- und Nachteile eines geplanten Einkaufszentrums diskutiert werden. Die Studie erstellte die BBE Handelsberatung Leipzig-Erfurt im Auftrag des Stadtwerberings. Erst in der vergangenen Woche hatten der Waldheimer Projektentwickler Gottfried Brandt sowie Stadtrat Johann Kehl Pläne für ein Kaufland-Einkaufszentrum vorgestellt (wir berichteten).

Als Reaktion darauf meldete sich der Immobilienberater Hans-Peter Dietrich zu Wort. Er arbeitet seit 11 Jahren in Döbeln und Umgebung als Makler und nimmt für sich in Anspruch, den Immobilienmarkt zu kennen. Dietrich ist der Auffassung, dass die Region das Einkaufszentrum nicht brauche. "Döbeln hat schon heute mehr Einkaufsfläche pro Kopf der Bevölkerung als zum Beispiel Frankfurt am Main.", argumentiert er. Dietrich glaubt, dass wegen der geringen Kaufkraft in der Region zwar Arbeitsplätze mit Kaufland entstehen, im übrigen Handel jedoch auch viele verloren gehen.

Und er stellt folgende Fragen: "Was wird mit Kaufland in Waldheim? Wird das Unternehmen in so engem Umfeld zwei Objekte betreiben? Welche Wirkung hat das innerstädtische Kaufland auf das Gewerbegebiet Döbeln Ost? Zieht es die dortigen Gewerbetreibenden in den Abgrund?"
Dietrich fragt sich außerdem, ob "Penny" an der Schillerstraße in einen Überlebenskampf treten wird oder schließen muss - was eine neue Immobilienbrache zur Folge hätte.

Angesichts der zurückliegenden Hochwasserkatastrophe hält es der Makler auch nicht für klug, die Fläche an der Mulde zu versiegeln. Er plädiert eher dafür, aus Flutgeldern das Gelände zu erwerben und es als grüne "Ruhezone" an die Innenstadt anzubinden. Dort könne der Stiefel aufgestellt und Historisches der Stadt präsentiert werden, schlägt er vor. "Die Idee des Projektes hinsichtlich der Stadtanbindung - Brücke, Umgestaltung Zwingerstraße/Fronstraße - finde ich gut", sagt Dietrich. Er wünscht sich, dass sich Politiker, kommunale Vertreter und Projektentwickler solchen Projekten zuwenden, die der Region mehr Arbeitsplätze bringen. In den zurückliegenden Jahren seien vor allem im Osten zu oft Wohn- und Gewerbefläche am Bedarf vorbei gebaut worden - Ergebnis: Leerstände und Immobilieninsolvenz in Größenordnung.

Döbelner Anzeiger, 26.03.2003

Unsanierter Wohnraum ist noch gefragt

Mehr Makler und Dienste als anderswo

Döbeln. Noch grassiere das Immobilienfieber in Döbeln, aber es lasse nach. Befriedigt werden könne jedoch nicht die Nachfrage nach erschlossenem Grund und Boden, auf dem die Häuslebauer nach ihren Plänen die eigenen vier Wände errichten könnten.

Hans-Peter Dietrich spricht aus Erfahrung. Der Döbelner arbeitet in einem ortsansässigen Immobiliendienst. Außerdem leitet er die entsprechende Abteilung der Raiffeisen-Volksbank. Er weiß also, von was er spricht. "Wir beobachten Jahr für Jahr den Immobilienmarkt in der Region. Und besonders in den vergangen Monaten hat sich die Tendenz der Zusammenarbeit der Branche verstärkt. Das ist auch in Döbeln zu beobachten."

Zwei Gründe sind für den Mann ausschlaggebend: Erstens: Die Kunden wünschten sich mehr und mehr komplexe Angebote, von der Finanzierung, über den Kauf bis hin zur Versicherung, Verwaltung und Vermietung. "Interessant sind für sie aber auch territoriale Entwicklungen." Der Kunde möchte sich so gut wie um nichts mehr kümmern müssen. Zweitens: "Zusammenschluss von Maklern auch deshalb, um schwarze Schafe der Branche, die auch in der Kreisstadt versuchen, Fuß zufassen, nicht entfalten zu lassen."

In Döbeln gebe es, auf die Zahl der Einwohner bezogen, mehr Immobilienmakler und -dienste als in Leipzig. Davon kämen Dreiviertel aus den alten Bundesländern.

Alter und unsanierter Wohnraum ist noch gefragt und würde in der Stadt für durchschnittlich 340 Mark pro Quadratmeter verkauft. In Spitzenlagen allerdings nicht unter 650 Mark. Diese Grundstücke wären nach wie vor gefragt. Investoren griffen noch zu.

Für nicht richtig hält Dietrich, dass Bauträger Grund und Boden erwerben, schließen und darauf fertige Häuser zum Kauf anbieten. Besser wäre, und hier könne die Nachfrage nicht gedeckt werden, Flächen zu erschließen und darauf Eigentümer ihre Häuser nach eigenen Vorstellungen bauen zu lassen. Bauträger könnten sich ja dann um diese Aufgabe bewerben.

Karl-Heinz Sommer

Sanierte Zwei- und Dreiraumwohnungen mit Balkon gefragt - Trend zum Eigenheim hält an

Geringe Kaufkraft und Lohnniveau bremsen den Markt

"Die Talsohle am Immobilienmarkt wird langsam durchschritten." Zu diesem Schluss kommt Hans-Peter Dietrich vom Immobiliendienst Scholz & Dietrich in der Kreisstadt. Seit sieben Jahren veröffentlicht sein Büro alljährlich einen regionalen Marktbericht.

"Für Immobilienkäufer und Mieter war das vergangene Jahr günstig", schreibt er in seiner 99er Analyse. Der reichhaltige Bestand an Immobilien habe sich weiter entwickelt. Das bescherte Interessenten große Auswahl.

Auch Wohnungssuchende fanden ein reichhaltiges Angebot vor. Nur bei sanierten Zwei- und Drei-Raumwohnungen mit Balkon und in guter Wohnlage war die Nachfrage größer als das Angebot. Während sich solche kleineren und mittleren Wohnungen zügig vermieten ließen, gab es ansonsten im sanierten Altbaubereich einen deutlichen Angebotsüberhang. Besonders schwer zu vermieten sind in der Kreisstadt derzeit einfach sanierte Wohnungen und solche an stark befahrenden Straßen, hat der Makler festgestellt. In den Mietpreisen spiegelt sich das wieder. Einfache unsanierte Wohnungen sind für 3,30 bis 4,50 Mark Nettokaltmiete zu bekommen. Sanierte Wohnungen mit mittleren Wohnwert liegen bei 6 bis 8,50 Markt.
Gut gelegene, sanierte Altbauwohnungen sind für 8 bis 10,50 Mark zu mieten. Im Neubau liegen die Kaltmieten bei mittleren Wohnwert bei zehn bis elf Mark. Bei gutem Wohnwert sind 11.50 Mark pro Quadratmeter zu erzielen.

Baugrundstücke und Eigenheime sind nach wie vor gefragt. Die Preise stiegen zum Jahresende 1999 für bauträgerfreie Baugrundstücke sogar leicht an. Die Nachfrage nach solchen Grundstücken kann in den Stadtrandlagen nicht ausreichend befriedigt werden. Freistehende Eigenheime mit Garage und Grundstück werden bei einfachem Wohnwert zwischen 40 000 und 110 000 Markt gehandelt. Bei gutem Wohnwert sind bis zu 280 000 Mark anzulegen. Eigenheime mit Top-Wohnwert und -Lage werden mit bis zu 350 000 Mark gehandelt. In diesem Jahr soll dieser Trend anhalten: gute Auswahl, gleichbleibende Nachfrage.

Wachsendes Interesse prognostiziert Hans-Peter Dietrich für ältere, unsanierte, ländliche Anwesen unter 100 000 Mark, die preiswert erworbenen und mit Eigenleistungen saniert werden. Damit kommt der Makler auch auf ein Problem des Marktes 2000 zu sprechen: die wirtschaftliche Lage, die Arbeitslosigkeit und das niedrige Lohnniveau der Region bremsen die Kaufkraft. Dem verbreiteten Wunsch nach Wohneigentum müssten aber gesicherte Arbeitsverhältnisse und eine entsprechende Einkommssituation gegenüber stehen, so Dietrich.

T.S.

Ein Balkon muss sein

Sanierte Wohnungen sind im Landkreis die Renner

Döbeln. Wer sich im Landkreis eine Immobilie kaufen möchte, hat viel Auswahl. Das stellte das Immobilienbüro Scholz und Dietrich im Immobilienspiegel für das Jahr 2000 fest. "Es gibt ein reichhaltiges Angebot in allen Branchen", sagt Hans-Peter Dietrich. Auch Wohnungs-suchende hätten im vergangenen Jahr günstige Bedingungen vorgefunden. "Besonders gefragt waren sanierte Zwei und Drei-Raum-Wohnungen mit Balkon in guten Wohnlagen. Dieser Wunsch konnte nicht immer erfüllt werden", so Dietrich.

Nach wie vor gefragt sind Baugrundstücke und Eigenheime. "Die Preise waren Wesentlichen ausgeglichen. Zum Jahresende war ein leichtes Ansteigen festzustellen", so Dietrich. Die Nachfrage nach bauträgerfreien Grundstücken, insbesondere in den städtischen Randlagen, sei so groß, dass sie nicht voll abgedeckt werden können, so Dietrich.

Auf dem Wohnungsmarkt registrierte Dietrich nach wie vor einen Überhang an Wohnungen vor allem an sanierten Altbauten. Zügig vermieten ließen sich hingegen kleine und mittlere Wohnungen in guten Lagen und mit Balkon. Schwer vermietbar seien einfach sanierte Wohnungen und solche, die sich an stark befahrenen Straßen befinden.

Die Aussichten für das Jahr 2000 sieht Dietrich eher problematisch. "Die hohe Arbeitslosigkeit und die Beschränkung durch die Politik der neuen Bundesregierung führt auch in der Immobilienbranche zu geringeren Umsätzen", so Dietrich. Der Erwerb einer Immobilie setzt in der Regel gesicherte Arbeitsverhältnisse und eine entsprechende Einkommenssituation voraus.

Der Wunsch nach Wohneigentum sei dennoch ungebrochen.

Private Erwerber einer Immobilie müssten sich sputen, so Dietrich. Das Zinstief sei durchschritten. Es sei bereits eine allmähliche Erhöhung der Zinsen für Baugeld zu beobachten. "Wer sich ein Haus kaufen will, sollte die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben", so Dietrich. Aufgrund der staatlichen Förderung durch die Sächsische Aufbaubank könne es gegenwärtig auch sogenannten Schwellenhaushalten gelingen, ihren Wunsch nach Wohneigentum zu realisieren. "Aufgrund der noch guten Finanzierungsbedingungen können mietzinsähnliche Belastungen erreicht werden. Der Kauf einer Immobilie kann damit auch unter dem Gesichtspunkt der Kapital und Altersvorsorge bedeutsam sein", so der Makler.

Hintergrund

Die Markteinschätzung des Immobiliendienstes 2000 beruht auf Verkaufs- und Vermietungsergebnissen des Immobilienbüros Scholz und Dietrich, das Mitglied im Ring Deutscher Makler (RDM) ist.

Im vergangen Jahr wurden von dem Büro 37 Immobilien vermittelt, wobei die Bandbreite vom Wochenendgrundstück, über Bauland, Bauernhöfe, ältere ländliche Siedlerstellen, Einfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser, Renditeobjekte, Ackerland und Eigentumswohnungen reichte. Dabei erzielte das Büro ein Umsatzvolumen von 6,5 Millionen Mark. Im Vermittlungsbestand befinden sich derzeit rund 250 Immobilien. In der Kundenkartei werden 190 Kaufinteressenten betreut.

Die Preise für Baugrundstücke liegen im Landkreis Döbeln bei 30 bis 40 Mark pro Quadratmeter in dörflicher Lage und bei 40 bis 120 Mark in städtischer Wohnlage. Freistehende Eigenheime kosten zwischen 40 000 Mark (einfacher Wohnwert) bis 350 000 Mark (sehr guter Wohnwert). Eigentumswohnungen sind für durchschnittlich 2870 Mark pro Quadratmeter Wohnfläche zu haben.

Rate vor Räumung

Mietschulden sind nach wie vor ein Problem für Vermieter

Döbeln. Die schlechte Zahlungsmoral - immer mehr macht sie sich auch im Landkreis Döbeln breit, und immer mehr bezieht sie sich auch auf die Miete. "Wir registrieren in der zurückliegenden Zeit eine leichte Steigerung bei den Mietschulden", sagt Frank Dittrich, Geschäftsführer der Döbelner Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (DWVG).

Im Gleichzeitig sei die Zahl derer, die ihre Schulden in Raten bei der DWVG abzahlen, steigend. "Und immer mehr Mieter treten uns Leistungen, beispielsweise von der Wohnstelle oder dem Sozialamt direkt ab", so Dittrich. Die Wohnungsgesellschaft versuche alles, um Zwangsräumungen zu verhindern. "Das ist wirklich die allerletzte Möglichkeit", so Dittrich.

Ratenzahlungen vereinbaren

Zuerst versuchten seine Mitarbeiter mit den betreffenden Mietern ins Gespräch zu kommen. "Und meistens haben wir da auch Erfolg", so der Geschäftsführer.

Mietschuldner gibt es auch bei der Wohnungsgenossenschaft "Fortschritt". "Wer zwei Monate hintereinander keine Miete bezahlt, bekommt die fristlose Kündigung", sagt Evelyn Dathe, kaufmännischer Vorstand der Genossenschaft. Zwei Mal im vergangen Jahr musste die Wohnungsgenossenschaft diesen Schritt gehen. Bevor es soweit sei, würden jedoch zwei Mahnungen verschickt, so Evelyn Dathe. Es zeichne sich der Trend ab, dass vor allem viele junge Leute, Mitte Zwanzig, die Mietzahlungen hinten anstellen. "Mit dieser Personengruppe haben wir die meisten Schwierigkeiten", so Evelyn Dathe. Auch sie rät Mitgliedern, die mit der Mietzahlung in Verzug geraten, bei der Wohnungsgenossenschaft vorzusprechen. "Wir versuchen, Ratenzahlungen zu vereinbaren", erklärte Frau Dathe.

Zwangsräumungen nur in besonders harten Fällen

"Mietschulden" - auch für Immobilienmakler Hans-Peter Dietrich ist das kein Fremdwort. "Wir übernehmen ja für einige Vermieter die Verwaltung", so Dietrich. Zwangsräumungen habe er glücklicherweise noch nicht anordnen müssen. "Ich kann nur jedem raten, sich bei Zahlungsschwierigkeiten mit dem Vermieter an einem Tisch zu setzen", sagte auch der Makler. Man müsse auch die Vermieter verstehen. "Viele Häuser wurden aufwendig saniert. Die Vermieter wollen sich ja an den Mieten nicht bereichern", so Dietrich. Vielmehr müssten sie mit dem Geld neue Rücklagen bilden und ihre Verpflichtungen gegenüber den Banken tilgen. Insofern gehe jeder Vermieter auch ein privates Risiko ein. "Wenn man dann manchmal die heruntergewirtschafteten Wohnungen sieht, kann man sich nur wundern, wie die Leute mit fremden Eigentum umgehen", so Dietrich.

Mit Mietschulden hat auch Walburga Braun-Beier ihre Erfahrungen. Sie ist Beraterin für den Verein Haus und Grund Nordsachsen, in dem private Vermieter organisiert sind. "Es ist nicht eines der Hauptprobleme der Vermieter, tritt aber schon hin und wieder auf", sagte Walburga Braun-Beier.

Hintergrund

Wer seine Miete nicht bezahlen kann, sollte sich auf jeden Fall mit seinem Vermieter in Verbindung setzen und nicht erst die Mahnbescheide abwarten. Die meisten Vermieter sind bereit, Ratenzahlungen zu vereinbaren.

Wird bei Mietschulden der Gerichtsvollzieher eingeschaltet, erhält der Vermieter einen vollstreckbaren Titel. Dieser hat eine Gültigkeit von 30 Jahren. Das heißt, der Vermieter kann innerhalb dieser Zeit noch sein Geld einfordern. "Schwierig ist es aber, die Einkommensverhältnisse des Mieters über so lange Zeit zu verfolgen", so Walburga Braun-Beier vom Vermieterverein Haus und Grund Nordsachsen.

Zwangsräumungen sind nicht billig. Sie kosten nach Auskunft von Frank Dittrich zwischen 6000 und 8000 Mark, die zu Lasten des Schuldners gehen.



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